Pecunia non olet spielt auf den Latrinen des alten Rom. Wer sich über den historischen Hintergrund des Spiels informieren will, erfährt hier manch Interessantes über die Herkunft des Sprichwortes Pecunia non olet, über die römische Latrinen sowie über die Gründe, warum die Römer die Latrinen aufsuchen mussten.
Die Herkunft des Sprichworts “Pecunia non olet”
Das Sprichwort Pecunia non olet (Geld stinkt nicht) geht zurück auf den römischen Kaiser Vespasian (69 bis 79 n. Chr.). Um die Staatsfinanzen zu sanieren, erhöhte dieser zahlreiche Steuern und führte auch neue Steuern ein. Eine der kreativsten Steuerneuschöpfungen dürfte dabei sicher die Urinsteuer gewesen sein.
Urin galt bei den alten Römern als wichtiger Rohstoff. Er wurde zweierlei Verwendungen zugeführt: Zum einen wurde er zum Gerben von Leder benötigt. Zum anderen wurde er – was heute überraschen mag – zum Waschen benutzt. In Rom gab man die Bekleidung meist zu gewerbsmäßigen Wäschern. Man wusste, dass sich alkalischer Ammoniak aus verfaultem zersetztem Urin entwickelt. Dieser wurde von Wäschern genutzt wurde, um Kleidungsstücke darin zu reinigen.

Münze "Kaiser Vespasian"
Zur Deckung des großen Urinbedarfs waren an belebten Straßen amphorenartige Urinale zum Sammeln des Urins aufgestellt. Kaiser Vespasian kam die zündende Idee, hierauf Steuern zu erheben. Natürlich blieb der Spott für diese Maßnahme nicht lange aus. Und selbst der eigene Sohn des Vespasian, der spätere Kaiser Titus, soll die Nase über die neue Einnahmequelle gerümpft haben. Daraufhin habe Vespasian seinem Sohn eine römische Münze und die Nase gehalten und ihn gefragt, ob diese denn stinke. Als Titus verneinte, soll Vespasian ihm geantwortet haben: “Und doch ist es aus Urin!” Im Laufe der Zeit wurde dies in abgewandelter Form zu dem bekannten Sprichwort „Pecunia non olet!” – Geld stinkt nicht!
Wissenswertes über römische Latrinen
Bei den Römern waren Bedürfnisanstalten sowohl in öffentlichen Gebäuden als auch in Privathäusern nicht selten anzutreffen. Im manchen Häusern gab es sogar Wasserspülungen im Erdgeschoss, meist wurden jedoch Gefäße benutzt. Die öffentlichen Bedürfnisanstalten Roms hingegen wiesen häufig einen großen
Komfort, fast Luxus auf. In diesen latrina oder forica genannten Örtlichkeiten gab es oft Marmorsitze, die zumeist ans Wassernetz angeschlossen waren. Vielfach gab es wahre Prachtlatrinen, die geschmückt waren mit Mosaikfußböden und Wänden aus Marmor oder mit aufwändigen Malereien. Hier saß man entspannt beieinander und redete übers Geschäft und Alltag. So verwundert es nicht, dass der Toilettengang und die Pflege der persönlichen Gesundheit für die Römer eine Einheit bildeten. Manche dieser Latrinen boten bis zu 80 Personen Platz.

Römische Latrine
Die römischen Latrinen waren auf dem neuesten technischen Stand. Sie wurden permanent mit Überlaufwasser aus Thermen, Aquädukten und Brunnen gespült. Abwasserkanäle verliefen unter den marmornen oder hölzernen Toilettensitzen und spülten die Fäkalien in große Sammelkanäle oder gleich in den Tiber. In der Mitte des Raumes war eine weitere Wasserrinne eingelassen, welche Spritzwasser und Urin aufnahm. Blätter und vor allem Schwämme, oft wie heutige Klobürsten an Holzstäben befestigt, dienten zur Reinigung der Bedürfnisanstalten bzw. der einzelnen Toilettensitze und -vertiefungen.
Vielfach waren Badehäuser an die öffentlichen Bedürfnisanstalten angeschlossen, da man zur Spülung das gebrauchte Wasser der Bäder nutzte. Allerdings war eine Benutzung nur gegen Entgelt möglich. Der Bau von Latrinen wurde meist privat finanziert, denn die Römer investierten Sesterzen nur dann in Hygiene, wenn es einen messbaren Nutzen gab. Deswege finden sich auch keine Latrinen in großen öffentlichen Gebäuden wie in den Amphitheatern und Kaiserforen, selbst im Kolosseum nicht.